Phenomena –

Fallanalyse mit dem Repertorium der Phänomene

Das Repertorium der Phänomene bietet eine neue, sehr valide und transparente Möglichkeit der Fallanalyse – stets auf der Basis der gesamten Materia medica.

Das Repertorium besteht nicht mehr aus Rubriken, sonder aus Phänomenen, also einzelnen Begriffen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Durch die Berücksichtigung aller Synonyme gestaltet sich die Suche nach den richtigen Phänomenen äußerst intuitiv. So führt z.B. die Suche nach den Begriffen 'Trotz', 'Stur', 'dickköpfig' usw. stets zum Phänomen 'Eigensinnig'. Alle synonymen Begriffe sind zu einem Phänomen (bzw. einer Rubrik) vereinigt, was insbesondere im Gemütskapitel die Suche und Arbeit deutlich vereinfacht.

Durch das Hinzufügen weiterer Phänomene können nun komplexere Rubriken gebildet werden, z.B. 'Eigensinngkeit bei Kindern':

Jede auf diese Weise gebildete Rubrik generiert sich vollständig aus der Materia medica – in diesem Fall sind es 66 Symptome, auf denen die 27 Arznei-Einträge basieren. Per Klick auf einen Arznei-Eintrag werden die entsprechenden Referenzsymptome dieser Arznei angezeigt:

Zusätzlich zu den klassischen Wertigkeiten der Arznei-Einträge werden LR-Werte (Likelihood Ratio) berechnet und angezeigt. Der LR-Wert ist ein sehr valides Maß für das Charakteristische einer Arznei gemäß §153 Organon.

 

Fallbeispiel

Miss A.T. hatte während einer Phase heißen Wetters zu viel eiskaltes Brunnenwasser getrunken und wurde nun von Krämpfen und Durchfall heimgesucht. Ich sah sie zwei Tage, nachdem sie vom Land zurückgekehrt war. Ihre Symptome waren nun:

Greifende Schmerzen von paroxysmalem Charakter, die sie zwangen, sich nach vorne zu beugen und sich zu setzen, lokalisiert in der Nabelgegend. Deutlich besser durch harten Druck und die Hitze einer Wärmflasche. Zum jetzigen Zeitpunkt bestand kein Durchfall. (R.F. Rabe)

Zur Berechnung der passendsten Arznei werden neben den klassischen Zählungen auch die LR-Werte herangezogen, was in einer Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100 % ausgedrückt wird (Likelihood Ratio p%). Insbesondere dieser Wert hebt hier Colocynthis deutlich von allen anderen Arzneien ab.

Bei der Bildung von Rubriken (durch die Kombination von Einzel-Phänomenen) macht es in der Regel Sinn, diese nicht zu spezifisch zu gestalten. Insbesondere Modalitäten sollten, angelehnt an Bönninghausen, als separate Rubriken in der Repertorisation aufgenommen werden, da diese oft generalisierend in der Materia medica aufgeführt sind, und nicht spezifisch für jedes Symptom.

Zum Abgleich der Symptomatik im Wortlaut können auch innerhalb der Repertorisation die Referenzsymptome per Klick auf die jeweilige Arznei angezeigt werden.

 

Hier finden Sie ein Video-Tutorial zu der Arbeit mit Phenomena.